Adalbert Stifter

Biographisches:

Adalbert Stifter, geboren am 23. Oktober 1805 in Oberplan (Böhmerwald), stammte als Sohn eines Leinwebers und Flachshändlers aus einfachen Verhältnissen. Nach dem Tod des Vaters übernahm der Großvater die Erziehung und schickte den Dreizehnjährigen auf das Gymnasium des Benediktinerstifts in Kremsmünster. Ein 1926 begonnenes Jurastudium brach Stifter ebenso ab wie ein Studium der Naturwissenschaften. Er schrieb Gedichte und widmete sich der Landschaftsmalerei. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Hauslehrer bei Wiener Familien, darunter auch in der des Staatskanzlers Metternich. Lange Zeit konnte er sich nicht zwischen Literatur und Malerei entscheiden. Nachdem seine 1840 veröffentlichte Erzählung »Condor« ein überraschender Erfolg wurde, begann Adalbert Stifter diszipliniert zu schreiben. Mit der Erzählung »Abdias« gelang ihm 1842 der literarische Durchbruch. Stifter traf den Geschmack der Zeit und wurde ein beliebter Autor. Der liberal denkende Stifter war Anhänger der Revolution und wurde 1848 zum Wahlmann für die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Im selben Jahr übersiedelte er von Wien nach Linz, wo er 1850 zum Schulrat bestellt wurde. Er setzte sich zeitlebens immer wieder für Reformen des Bildungswesens ein. 1853 wurde er von der »Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale« zum Landeskonservator ernannt. Er entdeckte den Kefermarkter Altar, dessen Rettung ihm zu verdanken ist. Trotz wiederholter Kuraufenthalte verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Dichters Ende der fünfziger Jahre zusehends. Unheilbar krank schnitt er sich am 26. Januar 1868 mit einem Rasiermesser in die Halsschlagader. Er starb zwei Tage später.

Bezug zum Ausseerland:

Schwermut zieht sich durch Adalbert Stifters Werk. Es zeichnet sich durch detaillierte Schilderungen der Natur einerseits und eine strenge Sittlichkeit andererseits aus und ist damit paradigmatisch für die Zeit des Biedermeier. Im Ausseerland suchte er Inspiration für verschiedene Malereien und Gedichte.

Verfasser: Thomas Pichlmayer

 

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