Friedrich Torberg

Biographisches:

Friedrich Ephraim Kantor wird am 16. September 1908 in Wien geboren. Seine Familie stammt väterlicherseits aus Böhmen, mütterlicherseits aus Ungarn. Sein Vater, Alfred Kantor, war Fabrikdirektor, Friedrich das mittlere von drei Geschwistern: Seine Schwester war Sidonie ist sechs Jahre älter als er, seine Schwester Ilse wird 1911 geboren.
Schon sehr früh ist er fest entschlossen Dichter zu werden. Mit sechs Jahren beginnt er bereits Reime zu produzieren und trägt mit sieben, in der 2. Klasse der Volksschule in der Grünentorgasse, im Kriegswinter 1915/16 eigene patriotische Gedichte vor. 1921 zieht er mit seiner Familie nach Prag. In den späten Gymnasialjahren veröffentlicht  er einige Gedichte und Kurzerzählungen in Zeitschriften und Zeitungen, verfasst Kampfartikel gegen das veraltete Mittelschulsystem. Nachdem er die Matura nicht schaffte beginnt er mit dem Verfassen seines ersten Romans: „Der Schüler Gerber“, dessen Manuskript hinter seinem Rücken von Max Brod zum Verlag Zsolnay nach Wien geschickt wird. Der Roman wird zum Internationalen Erfolg. In der Gymnasialzeit nimmt Friedrich Kantor – da seine literarischen Attacken gegen das Schulsystem wohl schlimme Folgen gehabt hätten, wäre es aufgekommen dass er sie verfasst hatte – ein Pseudonym an: Aus der Endsilbe seines Vaternamens (Kantor) und dem Geburtsnamen seiner Mutter (Berg) entstand der Name Torberg. Der Erfolg seines Romans „Der Schüler Gerber absolviert“ führt zu seinem Entschluss den Namen Torberg fortan als bürgerlichen Namen zu verwenden.1932 erscheint-wieder bei Zsolnay- Torbergs zweiter Roman „-und glauben es wäre die Liebe“ , für den er den Preis der Julius-Reich-Dichterstiftung der Universität erhält. Als Torberg sein Buch „Die Mannschaft“ fertigstellt zählt er im Dritten Reich schon zu den verbotenen Autoren. 1937 bringt der Zürcher Humanitas Verlag Torbergs vierten Roman- “Abschied – Roman einer ersten -Liebe“- heraus, in welchem sich einige seiner eigenen Lebensweisheiten spiegeln. Beim „Anschluss“ Österreichs an Deutschland befand sich Torberg noch zufälligerweise in Prag. Im Sommer 1938 beginnt seine Emigration: Er gelangt in die Schweiz, dann nach Frankreich; im Sommer1940 erreicht er Portugal auf einer Reise durch Frankreich und Spanien. Vom amerikanisch-jüdischen Hilfskomitee Joint unterstützt und vom Amerikanischem PEN-Club auf die Liste von „Ten Outstanding Anti-Nazi-Writers“ gesetzt, gelingt es ihm, ein Visum für die USA zu erhalten. Zunächst trifft er im Oktober 1940 in New York ein, fährt aber später nach Hollywood weiter. Dort bekam er einen Jahresvertrag bei Warner Brothers. Anfangs geht es Torberg elend, aber nach ein paar Jahren gelang es ihm im Sommer 1944: Nach dem überraschendem Erfolg von „Voice in the Wind“ dessen Drehbuch Torberg schrieb, kann er endlich nach New York ziehen. Zuerst arbeitet Torberg an einer deutschen Time Magazine-Ausgabe mit; obwohl eine Nullnummer Fertiggestellt wird, wird das Projekt schließlich fallen gelassen. Doch Torberg findet  als Berater des Verlegers Gottfried Bermann Fischer eine wichtige Rolle. Während seiner Emigration verfasste er einige literarische Werke wie zum Beispiel: „Mein ist die Rache“ oder „Hier bin ich, mein Vater“. 1951 kehrt Torberg wieder nach Wien zurück. Er unternimmt Vortragsreisen durch Österreich und Deutschland, wird Mitarbeiter des „Wiener Kurier“ und bei der Sendergruppe „Rot-weiß-Rot“, ist Kulturkorrespondent für die „Neue Zeitung“ und später für die „Süddeutsche Zeitung“.

Seine in den fünfziger und frühen Sechziger Jahren entstandenen Theaterkritiken sind zum Großteil in den 1966/67 erschienenen zwei Bänden „Das fünfte Rad am Thespiskarren“ enthalten, welche beide zusammen mit dem Auswahlband „PPP- Pamphlete, Parodien, Post Scripta“ (1964) ein Kompendium lebendiger, weit über den aktuellen Anlass hinaus gültiger Kultur- und Zeitkritik bilden. 1961 beginnt Torberg satirisch-humoristische Texte des israelischen Schriftstellers Ephraim Kishon aus dem Englischen zu übersetzen, und zwar so gut, dass Kishon binnen kurzer Zeit ein Bestsellerautor im deutschsprachigen Raum wird. 1972 erscheint sein Lebenswerk, der Roman des jüdischen Minnesängers „Süßkind von Trimberg“. Am 16. Oktober 1979- wenige Wochen vor seinem Tod – wird Friedrich Torberg der Große Österreichische Staatspreis verliehen. Friedrich Torberg stirbt am 10. November 1979 in Wien.

Bezug zum Ausseerland:

Torberg wohnte gelegentlich in Altaussee, wobei er seine Aufenthalte in vollen Zügen genoss. Er schrieb viele Gedichte und Schriften in Altaussee und hielt sich auch gerne in Kaffeehäusern auf. In seinem Aufenthalt schrieb, durch Sehnsucht nach seinem liebsten Urlaubsziel veranlasst, welches „Sehnsucht nach Altaussee“ hieß.

Verfasser: David Josipovic

Friedrich Torberg

 

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