Adele Georgina Schreiber-Krieger

Biografisches:

Adele Georgina Schreiber-Krieger war eine Frauenrechtlerin, Journalistin und in der Weimarer Republik, als sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete tätig. Sie wurde am 29.4.1872 in Wien geboren und starb am 14.2.1957 in Zürich. Adele verbrachte Ihre Kindheit in Bad Aussee und verließ das Elternhaus als junge Frau, um in Berlin ein eigenständiges Leben aufzubauen.
Adele Schreiber gelang es schon als Jugendliche innerhalb der engen Grenzen ein eigenständiges, kritisches Denken zu entwickeln. Bildungshungrig und ehrgeizig erlebte sie die wenigen Jahre, die sie gemeinsam mit ihrer Schwester Lilli in einem Pariser Pensionat und der Stuttgarter Mädchenschule verbringen durfte, als Glück. Danach war der Ausbildungsweg allerdings schon zu Ende, und das Leben einer Tochter aus gutem Hause begann. Adeles Wunsch Medizinerin zu werden, wurde aber vom Vater verweigert.
Sie fühlte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den relativ neuen sozialistischen Ideen angezogen, wurde durch Eigeninitiative Publizistin und belieferte bald österreichische wie internationale Zeitungen mit sozialkritischen Artikeln. Als ihr die Mitarbeit beim Aufbau einer Frauenversicherungsgesellschaft in Berlin angeboten wurde, war das die Chance auf die sie gewartet hatte und nutzte sie.
Adele heiratete 1898 in Berlin den Arzt Richard Krieger, wurde dort eine bekannte Frau- und Sozialpolitikerin. 1906 wurde Adeles Buch „Das Buch vom Kinde“ herausgegeben. Sie engagierte sich als Journalistin besonders für den Schutz von ledigen Müttern und das allgemeine Stimmrecht. Sie ließ sich allerdings nie von einer bestimmten sozialreformerischen Gruppe vollkommen vereinnahmen.
In der Zwischenkriegszeit war sie sozialdemokratisch Reichtagsabgeordnete und eine der bekanntesten deutschen Frauenrechtlerinnen. Zu ihren Vorträgen über Kinder- und Mutterschutz und die Gleichstellung der Frau kamen manchmal tausende von Frauen.
Adele Schreiber kann man als klare Denkerin beschreiben, die dazu beitragen wollte die Welt zu verändern.

 

Bezug zum Ausseerland:

Adele Georgina Schreiber verbrachte Ihre Kindheit in Bad Aussee und verließ das Elternhaus als junge Frau, um in Berlin ein eigenständiges Leben aufzubauen. Dr. Josef Schreiber, ihr Vater, war Kurarzt und Sanatoriumsbesitzer in Bad Aussee und spielte zusammen mit Meran eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung Bad Aussees zum Kurort Ende des 19. Jahrhunderts; Clara Schreiber, ihre Mutter, war Schriftstellerin, u.a. auch Gründerin der Steirischen Alpenpost.
Auch wenn sie über Jahrzehnte ein urbanes Leben führte und schätzte, betonte Adele Schreiber stets die Verbundenheit mit ihrem Heimatort Bad Aussee: „Besonders bereichert hat mich der enge Kontakt mit der bodenständigen Bevölkerung des Ausseer Tals…“

 

Verwendete Literatur:

Nähere Informationen über Adele Schreiber-Krieger finden Sie im Ausseer Kammerhofmuseum.
Barbara Motter: Eine Biografie
Gerda Leipold-Schneider & Magdalena Häusle: Baitz – Zwischen Fantasie und Repräsentation

 

Verfasserin:

Mavic Wutscher

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